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September 2021

Burn-Out bei Ärzten – Helfen lassen, statt ausbrennen


Die meisten Ärzte wissen, dass (chronischer) Stress krank macht. Und die meisten Ärzte wissen wohl auch nur zu gut, dass ihr Beruf viel Stress mit sich bringt. Und doch fällt es vielen schwer, sich die richtige Hilfe und Unterstützung zu holen. Oder sich überhaupt einzugestehen, dass man vom Helfenden zu jemandem geworden ist, der selbst Hilfe benötigt. Die Scham ist oftmals groß. Das Gefühl versagt zu haben, den Ansprüchen des fordernden Berufs nach langem Studium oder nach vielen Berufsjahren doch nicht gewachsen zu sein. Vielen Ärzten ist dabei oftmals gar nicht bewusst, dass sie bei weitem damit nicht allein sind.

Bereits 2004 berichtete das Ärzteblatt, dass mindestens 20% der Ärzte an Symptomen eines Burn-Out-Syndroms leiden. 15 Jahre später, 2019, sah es in einer Medscape-Umfrage nicht besser aus: Jeder vierte Arzt hat Depressionen, jeder fünfte eine Kombination aus Depression und Burn-Out.

Doch was heißt das eigentlich, einen Burn-Out zu haben?

Burn-Out erkennen

Beschäftigte in sozialen Berufen, also Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, aber auch Lehrer und Sozialarbeiter gelten als besonders gefährdete Gruppe, wenn es darum geht an Burn-Out oder Depressionen zu erkranken. Denn hier treffen oftmals hohe Ansprüche auf starke Selbstüberzeugungen und Glaubenssätze („Ich muss helfen", „Ich darf keine Fehler machen", „Ich darf nicht versagen", „Ich muss immer da sein") und zusätzlich auf ein sehr stressiges und forderndes Berufsumfeld, das zu Überengagement geradezu einlädt. Denn das Verlangen nach einem selbstlosen, empathischen Arzt steht mit dem gesunden Bemühen um Abgrenzung und Pausen nicht selten in Konflikt. Das Bild des (selbst)aufopfernden Arztes ist immer noch tief in der Gesellschaft und damit auch bei Ärzten selbst verankert. Wer Gutes bewirken will, hat eben auch stets und ständig gut zu sein.

Die Symptome eines Burn-Outs setzen dann schleichend ein, oft über Monate oder Jahre, was es so schwer macht, sie noch als solche zu erkennen. Wenn ich mich stets müde fühle, vergesse ich irgendwann, dass es nicht so ein muss und auch nicht so sein sollte. Neben Müdigkeit und Erschöpfung gibt es allerdings noch weitere Symptome:

  • Verminderte Belastbarkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Geringe Erholungsfähigkeit
  • Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, Niedergeschlagenheit
  • Gereiztheit oder sogar Aggressivität
  • Unruhe oder Nervosität
  • Geringe Frustrationstoleranz
  • Entscheidungsschwäche

Nicht alle Betroffenen weisen tatsächlich jedes Symptom auf. Manche treten nur in der Anfangsphase auf, manche in späteren Phasen, manche gar nicht. Häufig unterschätzt werden zudem die einhergehenden körperlichen Symptome: häufigere Infekte, Schlafstörungen (zusätzlich durch Schichtdienste verstärkt), Kopfschmerzen oder anderes. Die Weigerung sich einzugestehen, dass es an der Zeit ist, Hilfe zu bekommen, führt zudem nicht selten zu Tabletten- oder Alkoholmissbrauch.

Jeder Mensch verdient es Hilfe zu bekommen

Als Arzt zu einem anderen Arzt gehen? Oder zu einem Psychologen oder Therapeuten? Vor allem für Ärzte ist das – ironischerweise – oftmals besonders schwer.
Auch innerhalb des Kollegiums werden diese Erkrankungen noch viel zu selten thematisiert. Die Angst, als nicht belastbar „abgestempelt" zu werden, sich vielleicht auch Karrieren zu verbauen ist (berechtigterweise) hoch.

Doch sollte jedem klar sein, dass das „sich nicht helfen lassen" viel mehr zur mangelnden Belastbarkeit beiträgt als das Wegschieben, Unterdrücken oder gar Überspielen der Symptome eines Burn-Outs. Ein Burn-Out verschwindet nicht von allein. Wie jede andere Erkrankung benötigt sie Behandlung. Wie jeder andere (unverschuldete) Erkrankte hat auch ein Arzt eben diese Hilfe verdient. Dies ist das Minimum, was wir uns selbst und auch anderen Kollegen zugestehen sollten. So wie es auch für die Patienten gilt: jeder Mensch verdient unsere Hilfe – auch wir selbst!

In einem 20-minütigen kostenfreien Kennenlerngespräch („Discovery Call") erfahren Sie mehr über die Prinzipien des Denkens und wie Sie sie nutzbringend für sich anwenden. Vereinbaren Sie gerne einen Termin in dem wir alle offenen Fragen und Ihre Anliegen klären können.

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