»Vereinbaren Sie gerne ein kostenfreies Kennenlerngespräch mit mir!«
Infos & Termin

Oktober 2021

Die ungesunde Berufung: Ärzte im Stress


Wenn es um den Beruf des Arztes geht, gibt es immer noch viele Diskrepanzen zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Die meisten Menschen sehen einen vor allem einen respektierten, gut bezahlten und sicheren Job. Und das stimmt durchaus, das sollte niemand in Abrede stellen. Der Arztberuf zählt immer noch zu den angesehensten Berufen, verbunden allerdings ebenfalls mit einer ganzen Reihe von Ansprüchen.

Als Patienten erwarten wir von Ärzten vor allem Kompetenz und Empathie. Sie sollen uns helfen – möglichst schnell, möglichst fehlerfrei. Dabei sollen Ärzte gleichzeitig zugewandt sein, freundlich und verständnisvoll, ja auch geduldig, mit ihren Patienten umgehen. Ärzte haben keine schlechten Tage. Dürfen keine schlechten Tage haben. Von ihnen wird verlangt, stets konzentriert und frei von schlechter Laune zu sein. Selbiges gilt im Übrigen auch für ihre Kollegen aus den Pflegeberufen oder für therapeutische Berufsgruppen.

Im Genfer Gelöbnis – der modernisierte hippokratische Eid – heißt es demzufolge auch:

„Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten [...]"

Kein anderer Beruf appelliert am Ende einer sechsjährigen Ausbildung bei Berufseintritt so sehr an die Menschlichkeit, Achtung und das ehrenhafte Verhalten, wie das des Arztes. Das ist verständlich, denn schließlich geht es hier um das Leben selbst und doch wird dadurch schnell vergessen, dass auch Ärzte eben keine „Götter in Weiß" sind, sondern ebenfalls Menschen. Menschen, die unter Druck geraten können, die unter Stress stehen können, die unter zu viel Verantwortung leiden können, die Fehler machen können. Die ausbrennen und selbst krank werden können, wenn ungesunde (Selbst-)Überzeugungen auf ungesunde, fordernde Arbeitsbedingungen treffen.

Der kranke Alltag – Burn-Out als Berufsrisiko

Ja, Überstunden warten auf viele Berufstätige. Und ja, viele Menschen verdienen nicht einmal ansatzweise das, was ein Arzt verdient. Und ja, der Beruf des Arztes ist und bleibt im Kern ein sehr erfüllender und sinnstiftender Beruf. All dies ist wahr.

Doch bereits 2011 wurde in der Studie „Resilienz im Arztberuf" festgestellt: „Der Arztberuf gehört zu den besonders gesundheitsgefährdenden Tätigkeiten."

Kaum ein anderer Beruf geht mit so viel Verantwortung einher und erfordert so viel emotionale Intelligenz wie der des Arztes. Diese Erfordernisse müssen in einem Umfeld geliefert werden, das vor allem durch Stress geprägt ist. Denn oftmals wird vergessen, unter welchen Bedingungen Ärzte ebenfalls arbeiten:

  • hoher Verwaltungsaufwand und Druck von Krankenkassen und Krankenhausträgern
  • zeitlicher Druck (Diagnosen und Behandlungen müssen schnell erfolgen)
  • Ärztemangel
  • Schichtdienst mit bis zu 24h-Schichten
  • Steigende Patientenzahlen

Dabei geraten viele Ärzte vermehrt in die größte Falle ihres Berufes: Patienten nicht im Stich lassen zu wollen. Insbesondere in Zeiten des Ärztemangels und der wachsenden Patientenschlüssel (also wie viele Patienten ein Arzt behandeln muss) geht es nicht selten um die Frage: wenn nicht ich, wer dann?

Viel zu lange werden dann die Auswirkungen von Dauerstress ignoriert, ebenso wie die ersten Anzeichen eines drohenden Burn-Outs oder einer Depression. Der Arzt wird zum Patienten – und lässt es sich nicht anmerken.

Der erste Schritt im sinnvollen Umgang mit Burn-Out: Anerkennung

Als Ärzte wissen wir meist, was der erste Schritt zur Heilung ist: das Anerkennen der Krankheit und ihrer auslösenden Faktoren. Zwar mag ich als Arzt auf viele der stressigen Faktoren nur einen indirekten Einfluss haben, denn Patientenschlüssel, Verwaltungsaufgaben und der Mangel an Kollegen kann nicht vom Einzelnen geändert werden, die Frage aber, wie ich damit umgehe, welches „Mindset" ich selbst in mir trage – das ist sehr wohl individuell änderbar. 

Und so ist einer der ersten Schritte, um ein Burn-Out zu erkennen ihm zu entkommen oder ihn zu vermeiden, die Umstände, die uns krank machen als solche zu verstehen und uns selbst menschliche Verletzbarkeit zuzugestehen, in dem wir darüber reden und uns helfen lassen.

In einem 20-minütigen kostenfreien Kennenlerngespräch („Discovery Call") erfahren Sie mehr über die Prinzipien des Denkens und wie Sie sie nutzbringend für sich anwenden. Vereinbaren Sie gerne einen Termin in dem wir alle offenen Fragen und Ihre Anliegen klären können.

zurück zur Übersicht

Lassen Sie uns in Kontakt kommen!

Anruf vereinbaren